Abteilung für Handel und Investitionender Botschaft der Republik Polen in Berlin

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Über Polen

Standort Polen

Standort Polen
Einführung

Polen, amtlich Republik Polen (Rzeczpospolita Polska), Staat im östlichen Mitteleuropa. Polen grenzt im Norden an die Ostsee und Russland; im Osten an Litauen, Weißrussland und die Ukraine; im Süden an die Slowakei und die Tschechische Republik und im Westen an die Bundesrepublik Deutschland. Die Landesfläche beträgt 312 685 Quadratkilometer und liegt damit in Europa auf Platz 9. Die Gesamtlänge seiner Staatsgrenze beträgt 3.582 km. Die Westgrenze zu Deutschland entlang der Oder und der Neiße ist 467 km lang.
Nach den freien Wahlen von 1991 wurde Polen in den Europarat aufgenommen. Das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union trat im Februar 1994 in Kraft. Es stellt einen Beitritt zur Union für 2004 in Aussicht. Ebenfalls im Februar 1994 trat Polen dem Programm "Partnerschaft für den Frieden" bei, und im März 1999 wurde Polen in den Nordatlantikpakt (NATO) aufgenommen. Polen gehört seit 1995 der Welthandelsorganisation und seit 1996 auch der OECD an; Ist Mitglied der Vereinten Nationen und verschiedener UN-Unterorganisationen.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Polens beträgt 38,1 Millionen (2007) und belegt den 8. Platz in Europa. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 122 Einwohnern pro Quadratkilometer, variiert aber stark zwischen dem relativ dicht besiedelten Süden und dem Norden. In den 892 Städten leben 23,89 Mio. Menschen (61,8%), auf dem Lande 14,76 Mio. (38,2%).
Polen ist, ethnisch gesehen, ein recht homogenes Land. Nationale Minderheiten machen weniger als 5% der Gesamtbevölkerung aus. Die größten ethnischen Minderheiten sind Ukrainer, Weißrussen, Deutsche, Roma; zu den kleineren Gruppen gehören Slowaken, Tschechen, Litauer und Juden.
Etwa zwölf Millionen Menschen polnischer Herkunft leben im Ausland. Sechs bis sieben Millionen von ihnen haben sich in den Vereinigten Staaten niedergelassen. Die Zahl der Polen in Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird auf 1-2,5 Millionen geschätzt.

Wichtige Städte

Über 40 Städte haben mehr als 100 000 Einwohner, in fünf von ihnen leben mehr als 500 000 Menschen. Die größten Städte sind die Hauptstadt Warszawa (Warschau, 1.71 Millionen Einwohner; Agglomeration Warschaus 3.5 Millionen), Kraków (Krakau, 757.000), Łódź (Lodsch 753.000) Wroclaw (Breslau, 632.000), Poznań (Posen, 561.000), Gdansk (Danzig, 456.000), Szczecin (Stettin, 407.000), Bydgoszcz (Bromberg, 361.000), Lublin (352.000) und Katowice (Kattowitz, 312.000).

Sprache

Die Amtssprache ist Polnisch, das zum westlichen Zweig der slawischen Sprachen gehört und von nahezu 100 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Minderheitensprachen sind Deutsch, Litauisch, Weißrussisch und Ukrainisch. Zudem existieren zahlreiche Dialekte, die teilweise deutsche und ukrainische Einflüsse widerspiegeln und in erster Linie von älteren Menschen gesprochen werden. Man unterscheidet u. a. Schlesisch (im Südwesten), Masowisch (im Nordosten), Kaschubisch (westlich von Danzig), Großpolnisch (in der Region Posen), Kleinpolnisch (im Südosten). Polnisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben, gegenüber dem deutschen Alphabet gibt es einige zusätzliche Buchstaben und Sonderzeichen.

Religion

Etwa 89 Prozent der Polen bekennen sich zum katholischen Glauben. Die katholische Kirche mit ihren 41 Diözesen und mehr als 8 900 Gemeinden übt einen bedeutenden gesellschaftlichen Einfluss aus. 1978 wurde der polnische Kardinal Karol Wojtyla zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. In Polen gibt es noch etwa 35 weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften, die zusammen etwa 900.000 Mitglieder haben. Acht dieser Kirchen sind Mitglied des Polnischen Ökumenischen Rats. Die größten dieser Gemeinschaften sind die polnisch-orthodoxe Kirche mit etwa 506.000 Anhängern und die evangelisch-lutherische Kirche (etwa 150.000 Mitglieder). Zudem leben in Polen etwa 10.000 Juden.
Die katholische Kirche hatte zur Zeit der kommunistischen Regierung große politische Macht als Sammelbecken oppositioneller Kräfte, vor allem in den siebziger und achtziger Jahren.

Feiertage

Nationalfeiertage sind der 3. Mai, an dem (seit 1990 und zuvor 1918 bis 1939) die Einführung der ersten demokratischen Verfassung im Jahr 1791 gefeiert wird, und der 11. November, der an die Gründung des unabhängigen Polen 1918 erinnert. Der Neujahrstag wird in Polen am 1. Januar gefeiert. Der Ostermontag ist ein gesetzlicher Feiertag. Am 1. Mai ist Tag der Arbeit. Fronleichnam findet am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag (Sonntag nach Pfingsten, 50 Tage nach Ostern) statt. Mariä Himmelfahrt findet am 15. August statt. Am Polnischen Solidaritätstag (31. August) wird die Gründung von Solidarnosc("Solidarität"), der Gewerkschaft, die das Ende des Kommunismus in Polen 1989 herbeiführte, gefeiert. Allerheiligen (1. November) ehrt die Heiligen des Christentums. Weihnachten ist Polens wichtigster Feiertag. Am Heiligen Abend, dem wichtigsten Weihnachtsfeiertag, versammelt sich die Familie zu einem Festmahl. Das ganze Jahr hindurch finden regionale Feste statt, wie z. B. die Volkskunstmesse in Kraków.

Politische Staatsform

Am 17. Oktober 1997 trat durch ein Referendum(25. Mai 1997) eine neue Verfassung in Kraft, die am 2. April 1997 verabschiedet worden war. Die zuvor gültige provisorische Verfassung vom 17. Oktober 1992 basierte noch auf der Fassung aus der kommunistischen Ära vom 22. Juli 1952 und markiert den Wandel von einer sozialistischen Volksrepublik zu einer parlamentarischen Republik mit sozialer Marktwirtschaft. Die Reformen von 1989 schafften das kommunistische Regime ab und führten demokratische Prinzipien ein. Die Änderungen von 1992 führten zu einer ungenauen Definition der Befugnisse des Präsidenten, des Ministerpräsidenten und des Parlaments, so dass Konfrontationen zwischen den verschiedenen Regierungsorganen die Folge waren.
Laut der Verfassung vom 1997 wird die Zuständigkeit der Staatsorgane folgendermaßen gestaltet:
für die Legislative - Sejm (untere Parlamentskammer) und Senat (obere Parlamentskammer) der Republik Polen,
für die Exekutive - Staatspräsidenten und Ministerrat,
für die Jurisdiktion - unabhängige Gerichte.
Die Gesetzgebung liegt bei einem Zweikammerparlament, bestehend aus dem Sejm (Unterhaus) mit 460 Abgeordneten, der die oberste legislative Instanz bildet, und dem Senat (Oberhaus) mit 100 Mitgliedern, der die Regionsvertreter versammelt und an der Gesetzgebung mitwirkt. Beide Kammern bilden zusammen die Nationalversammlung. Die Wahlperiode liegt für beide Häuser bei vier Jahren. Bei den (vorgezogenen) Wahlen vom September 1993 galten erstmals Bestimmungen für bestimmte Mindeststimmzahlen; um im Parlament vertreten zu sein, muss eine Einzelpartei eine Fünfprozenthürde überwinden, Wahlbündnisse müssen mindestens 8 Prozent der Stimmen erreichen. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr.
Der Staatspräsident wird in allgemeinen Wahlen für eine fünfjährige Amtszeit gewählt und darf nicht mehr als zweimal hintereinander amtieren. Der Präsident kann unter bestimmten Bedingungen das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Der Ministerpräsident wird vom Präsidenten ernannt, muss aber vom Parlament bestätigt werden.
Den Ministerrat bilden der Ministerratsvorsitzende (Premier), die stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrats und die Minister. Die Regierung ist für die Innen- und Aussenpolitik des Staates verantwortlich. Der Sejm erteilt der Regierung sein Vertrauensvotum.
Nach einer grundlegenden Reform des Gerichtswesens im Dezember 1989 obliegt die Rechtsprechung dem Obersten Gerichtshof, den Gerichten der Wojewodschaften (erste und zweite Instanz bei allen Zivil- und Strafsachen) sowie weiteren Gerichten. Die Aufsicht für alle nachgeordneten Gerichte liegt beim Obersten Gerichtshof. Daneben gibt es eine Verwaltungs- und eine Verfassungsgerichtsbarkeit.

Kommunalverwaltung

Im Januar 1999 trat die im Sommer 1998 beschlossene administrative Neugliederung in Kraft. An die Stelle der 49 Regierungsbezirke traten 16 Wojewodschaften, die über eigene Regionalparlamente verfügen. Die Regionen sind in 379 Kreise, 65 selbständige kreisfreie Städte und 2.478 Gemeinden untergliedert.
Die Gemeinde bildet die grundlegende territoriale Verwaltungseinheit. Verwaltet wird sie vom Gemeinderet, der in allgemeinen Selbstverwaltungswahlen gewählt wird, und seinem Vorstand, den wiederum der Gemeinderat wählt und der hier die Exekutive bildet. In den Landgemeinden ist der Gemeindevorsteher Vorstandsvoritzender, in kleineren Städten der Bürgermeister, in den Großstädten der Stadtpräsident. Die Verfassung räumt der Gemeinde bei der Erledigung sämtlicher lokaler Angelegenheiten den Vorrang ein, wie z.B. in den Bereichen Grundschulen, Kindergärten, Wasserleitungsnetz, Nahverkehr, Umweltschutz im eigenen Verwaltungsbereich, Wasserversorgung, Straßen, Müll- und Abwässrentsorgung, Gesundheitsschutz.
Der Kreis bildet die zweite Verwaltungsebene, dem bis zu zwanzig Gemeinden angehören. Die Organe des Kreises sind der in allgemeinen Selbstverwaltungswahlen gewählte Kreisrat und der Kreisvorstand, an dessen Spitze der Starost (Landrat) steht. Der Kreis beschäftigt sich mit allen Fragen, welche die Möglichkeiten einer einzelnen Gemeinde übersteigen und greift dann ein, wenn die Angelegenheit gleichermaßen viele zu ihm gehörende Gemeinden betrifft, z.B. Krankenhäuser, weiterführende Schulen, Hochwasser- und Brandschutz, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Bau und Instandhaltung von gemeindeübergreifenden Verkehrsstraßen.
Die Wojewodschaft ist die größte territoriale Einheit in der Verwaltungsstruktur. Die Organe der Wojewodschaft sind der in Selbstverwaltungswahlen gewählte Sejmik (Landtag) und der Wojewodschaftsvorstand. An der Spitze des Sejmiks und des Vorstands steht der Wojewodschaftsmarschall. Vertreter der Staatsmacht in der Wojewodschaft ist der Wojewode, der über die gesamtnationalen Interessen wacht. Die Wojewodschaft ist für Fragen der Regionalentwicklung verantwortlich, erarbeitet Strategien und setzt sie um, schafft die Voraussetzungen für das Wachstum der Regionalwirtschaft. Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit kann sie Kontakte zu Partnern im Ausland pflegen (u.a. Suche nach Investoren). Sie beteiligt sich an der Arbeit europäischer Institutionen. Die Zusammenarbeit mit dem Ausland muss allerdings in dem staatlich vorgegebenen außenpolitischen Rahmen erfolgen.

Währung und Bankwesen

Währungseinheit in Polen ist der Zloty (PLN), der in 100 Groszy unterteilt ist. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems wurde der Zloty im Inland zu seinem wahren Wert gehandelt. Zum 1. Januar 1995 wurden in Polen neue Banknoten und Münzen eingeführt. Der neue Zloty wurde im Verhältnis 1:10 000 umgetauscht. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum freien Markt war die freie Konvertierbarkeit des neuen Zloty im Mai 1995; die Währung behielt dabei etwa ihren Wert. Die Polnische Nationalbank, gegründet 1945, ist auch die Landeszentralbank Polens.



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